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Liebesnest des Bischofs
Um das Jahr 1520 hat der einflussreiche Bischof von Børglum, Stygge Krumpen, den Herrensitz Voergård gegründet und ein Backsteinhaus erbaut, von Ringmauer und Wallgraben umgeben. Das Haus ist heute der nördliche Flügel des Schlosses. Von der Zeit des Bischofs hat man u. a. den Tonnengewölben im Keller und dem Verlies "Rosodonten" bewahrt. Im Erdgeschoss des nördlichen Flügels sind zwei sehr schöne kreuzgewölbte Säle. Die milderen Gegenden am Hof haben dem Bischof besser gefallen, als das windige Børglum Kloster, und er hat hier mit seiner Geliebten, Elisabeth Gyldenstierne, gewohnt. 1534 hat Skipper Clement den Hof erobert und abgebrannt. Die Sage überliefert, dass der Bischof und seine Geliebte sich in einem großen Ofen in der Küche versteckt haben und dabei entkommen sind.
Bei der Reformation 1536 hat die dänische Krone das Gut der katholischen Kirche übernommen, und 1578 hat man Voergård mit dem Herrensitz Nygaard bei Kolding umgetauscht. Die neue Besitzerin, Karen Krabbe, hat ihrer Tochter, die junge Witwe Ingeborg Skeel, den Hof geschenkt.
Bauherr, Gutsherr - und Geist!
Frau Ingeborg Skeel von Voergaard ist in Vendsyssel die meist sagenumwobene Person und schlecht besprochene Gutsherr in der dänischen Sagenwelt. In Wirklichkeit war sie eine bestimmte Frau mit einem sehr guten Geschmack, einer ausgesprochenen kaufmännischen Veranlagung und großer Unternehmungslust. Sie hat die Ringmauer abreißen lassen und hat 1586-1591 den östlichen Flügel erbaut, der in Dänemark ein sehr erstaunlicher Renaissancebau war. Ihr Bau von Voergård Schloss hat Christian IV zum Bau von der Börse in Kopenhagen inspiriert. Das Hauptportal Voergårds ist ein Beispiel der feinsten dänischen Steinarbeit des 16. Jahrhunderts
Der schlechte Nachrum von Ingeborg Skeel kommt wahrscheinlich davon, dass sie provokant tüchtig war - und dazu eine Frau! Das war den beschränkten und abergläubischen Zinsbauern zu viel. Der Sage nach hat sie z. B. den Kindern die Finger abgeschnitten, wenn sie auf dem Feld Ähren gestohlen haben. Es wird auch gesagt, sie hat ihren Baumeister in den Wallgraben geschoben, um die Rechnung loszuwerden.
Natürlich geht die verstorbene Gräfin im Schloss um! Das Schloss beherbergt mehrere Gespenster. Der Sage nach ist südlich vom Schloss ihr lebendiger Geist nach ihrem Tod gebannt worden. Aber jede Neujahrsnacht nähert sie sich einen Hahnenschritt, und wenn sie einmal das Schloss erreicht, wird es zu Grunde gehen.
Rubens, Rafael und Goya in Vendsyssel
Voergård ist kein Museum, aber steht noch mit der Einrichtung und Möbeln von dem letzten Besitzer, Graf Oberbech-Clausen, der aus Frankreich sowohl Möbel, Antiquitäten, Malereien, Porzellan als auch Silbergeschirr mitgebracht haben. Die Sammlung beherbergt u. a. Werken von Rubens, Rafael und Goya. Der Zutritt zum Park mit den breiten Wallgräben ist frei. Das Schloss können Sie mit Gruppenführung besuchen.
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