Reise Blog > 5 Fakten rund um Sankt Martin

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…die ihr sicher noch nicht kanntet

Eine Laterne basteln und einmal im Jahr damit um die Häuser ziehen – ein tolles Erlebnis für jedes Kind am Sankt Martinstag. Dass Sankt Martin ein Ritter war, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte und danach Bischof wurde, das weiß fast jeder. Und falls doch nicht, könnt ihr die Details nochmal nachlesen bei „Der St. Martinstag und seine Traditionen“. Doch abgesehen von der bekannten Geschichte und dem beliebten Laternenumzug, gibt es noch ein paar Fakten rund um Sankt Martin und seinen großen Tag, die ihr vielleicht noch nicht kennt.

1. Erst das Huhn oder erst das Ei?

Man könnte glauben, dass die Geschichte des Heiligen Sankt Martin geschehen ist und sich daraus die Bräuche zu diesem Tag entwickelt haben. Doch die Bräuche waren schon da und existierten neben der Geschichte. Erst in späterer Zeit wurde beides miteinander verknüpft. Was als erstes da war, ist eigentlich irrelevant. Interessant ist, dass es zwei Anlässe gab, aus denen der heutige Martinstag resultiert.

Zum einem war da der Beginn der Fastenzeit. Tiere, welche nicht den Winter überleben und Lebensmittel, die verderben würden, mussten verwertet werden. So wurde am letzten Tag vor der Fastenzeit noch einmal richtig geschlemmt. Und dieser Tag war lange Zeit der Sankt Martinstag.

Zum anderen bedeutete der Martinstag auch das Ende für das Wirtschaften der Bauern für dieses Jahr. Der neue Wein wurde probiert, das Vieh von den Weiden in die Ställe getrieben und auch ans Steuern zahlen ging es. Häufig wurden diese mit Gänsen beglichen (jetzt darf jeder raten, woher vielleicht die Martinsgans stammen könnte) und so wurde dieser Tag auch Zinstag genannt. Außerdem war es der Anfang und das Ende von diversen Verträgen, wie Dienstverhältnissen und Pachtverträgen. Denn an diesem Tag (oder eigentlich in diesem Zeitraum, aber da wollen wir jetzt mal nicht so kleinlich sein) endete und begann die natürliche Bewirtschaftungsperiode der Felder. Und daraus entstand das, was wir heute am Sankt Martinstag machen. Ja, wie genau der Übergang war, ist nicht so ganz klar. Aber das weiß man bei Huhn und Ei ja auch nicht ganz genau.

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2. Der Fehler liegt im Detail

Denn eigentlich kam Sankt Martin gar nicht auf einem Pferd geritten. Er war zwar ein Ritter, aber ganz bodenständig zu Fuß unterwegs. Das hat allerdings nicht so ganz in das Bild des edlen Ritters zu hohem Ross gepasst und so wurde ihm im Mittelalter kurzerhand ein Pferd dazu gedichtet. Und das mit dem Mantel hatte auch eine unangenehme Konsequenz für den guten Martin. Denn der gehörte gar nicht ihm, sondern dem Militär. Für die Zerstörung des guten Stücks saß Sankt Martin anschließend drei Tage hinter Gitter. Aber trotz der kleinen Ungenauigkeiten ist die Botschaft immer noch eine tolle. Wenn es sie nicht sogar noch schöner macht, denn Sankt Martin war kein edler Ritter, aber teilte trotzdem und nahm dafür sogar Arrest auf sich. Das nennen wir barmherzig!

3. Der Martini-Sommer

Oh ja, das klingt nach Party. Aber mit dem bekannten Getränk hat dieser Ausdruck tatsächlich nichts zu tun. Beim Martini-Sommer handelt es sich mehr um eine Schönwetter-Periode im November.

Zu dieser besonderen Zeit ist auch nochmal eine Novemberlese beim Wein möglich. Der Legende nach erschien dieses Phänomen das erste Mal, am Tag als Sankt Martin starb. Als er in die Stadt transportiert wurde, geschah das Wunder und die Landschaft ergrünte ein letztes Mal. Es ist also nochmal ein letztes Aufbäumen des Sommers, bis die kalte Zeit kommt. Daher „schlachtet“ man mit der Martinsgans bis heute den Sommer und beim Martinsfeuer „verbrennt“ man ihn endgültig. Eigentlich gar nicht schön, aber wenigstens kann man sicher sein, dass der Sommer im nächsten Jahr wieder aufersteht.

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4. Das Martiniloben

Die Österreicher wissen ganz genau, wie man etwas Schönes aus dem Sterben des Sommers macht (und wie man feiert). Denn am Neusiedler See gibt es die Tradition des „Martinilobens“. Und hier dreht es sich tatsächlich um Alkohol, denn am 11. November gingen schon seit ewigen Zeiten die Weinbauern zu Ehren des Heiligen Sankt Martin von Weinkeller zu Weinkeller, verkosteten die neuen Weine des Jahres, tauften sie, wenn sie gut waren und erklärten sie offiziell zum Wein. Worin nun die Ehre für Sankt Martin bestand, das ist nicht genau überliefert aber wenigstens wurden die Weine geehrt 😉 Und diese Tradition hat sich bis heute in dieser Region durchgesetzt. Jetzt heißt es Martiniloben und jeder darf mitmachen. In den Weinkellern werden auch Leckereien wie das „Martiniganserl“ serviert und man kann die herrliche Natur des Neusiedler Sees genießen. Eine wirklich schöne Tradition zum Sankt Martinstag!

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5. Sankt Martin ist global

Nach dem Heiligen Sankt Martin wurden auf der ganzen Welt Orte benannt. So gibt es etliche Orte und Gemeinden namens Sankt Martin in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und auch in der Slowakei. Und sogar eine ganze Insel wurde nach dem guten Mann benannt. Denn Christopher Kolumbus entdeckte diese karibische Insel am Sankt Martinstag und so benannte er sie gleich nach dem Heiligen. Aber wer nicht ganz so weit fahren will, um in warmen Wasser zu baden, für den hätten wir noch einen Tipp: Die Sankt Martins Therme am Neusiedler See!

Wir wünschen euch allen einen schönen Sankt Martinstag 😊

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