Hammershus
Die größte Burgruine in Nordeuropa
Lassen Sie sich beeindrucken und träumen Sie vom farbenreichen Mittelalterleben, wenn Sie die 750-jährige Burg mit ihren Ringmauern, Basteien, Schießscharten, Verliesen und Türmen besuchen.
Hammershus auf der Insel Bornholm ist die größte Burgruine in Nordeuropa und die meistbesuchte Attraktion Bornholms. Der Ort ist überhaupt sehr besuchenswert. Hammershus gehört dem Staat, und es gibt an der Ruine ein Naturcenter mit Cafeteria und Ausstellung, von der auch Rundgänge mit Fremdenführer ausgehen. Sie können aber auch allein problemlos eine Entdeckungsreise machen, und es gibt im Gebiet viele Infotafeln.
Die uneinnehmbare Burg des Erzbischofs
Der Erzbischof von Lund hat am Anfang des 13. Jahrhunderts das Bauen von Hammershus begonnen, denn er kontrollierte um das Jahr 1255 die ganze Insel Bornholm. Hammershus ist als typische Mittelalterfestung erbaut worden, hoch gelegen und von mehreren Vorwärtsverteidigungen umgeben. Angreifer müssten ein Hindernis nach dem andern überwinden: Klüfte, Wälle, Vorburge, Mauern usw. - falls die äußerste Verteidigung eingenommen wurde, hat man sich zur nächsten zurückgezogen.
Der Feind müsste 3 Vorburgen passieren, um den inneren Schlosshof mit dem uneinnehmbaren "Mantelturm" zu erreichen. Dieser sechsstöckige Turm ist heute das Wahrzeichen der Burgruine.
Kanonenstellung, Kornspeicher und Gefängnis
Das Bauen von Hammershus hat Jahrhunderte gedauert, und die Burg ist ständig umgebaut und angebaut worden. Um das Jahr 1525 hat der Erzbischof seine Herrschaft verloren, als die Hansestadt Lübeck vom dänischen König für 50 Jahre die Insel als Pfand bekommen hat. In der Zeit der Lübecker ist Hammershus mit Kanonenbasteinen und Schießscharten für Gewehre diesen modernen Waffen angepasst worden.
Ab 1576 war Bornholm ein Lehen des dänischen Königs, und der königliche Lehnsmann hat an Hammershus gewohnt. Steuern wurden damals meistens in Naturalien bezahlt und brauchten deswegen große Speicher. Zeitweise war hier auch ein staatliches Gefängnis, wo u. a. der Landesverräter Corfitz Ulfeldt und seine Frau Leonora Christine prominente Häftlinge waren.
1683 hat man Hammershus als Burg aufgegeben, und 1743 hat man die ganz verlassen. Danach wurde die Burg als "Steinbruch" benutzt, u. a. für die Festungen auf der Insel Christiansø, bis die Ruine 1822 endlich unter Denkmalschutz gestellt wurde.